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Nielsen Haushaltspanel

Verbraucher ändern Einkaufsverhalten in der Krise

Die Konsumenten sehen sich von der Finanzmarktkrise zunehmend betroffen. So haben die privaten Haushalte in Deutschland im ersten Halbjahr 2009 vermehrt mit einem restriktiveren Einkaufs- und Sparverhalten auf die unsichere Wirtschaftslage reagiert. Dies ergab eine Online-Befragung von 9000 Haushalten des Nielsen Haushaltspanels, die im Januar/Februar dieses Jahres und erneut im Juli durchgeführt wurde.

13,5 Prozent der Haushalte fühlten sich im Juli mit weniger Einkünften und einer Verschlechterung des Lebensstandards von der Finanzmarktkrise stark betroffen – im Januar waren es noch 12 Prozent. Auch der Anteil derjenigen, die gezwungen waren, auf manches zu verzichten, ist von Jahresbeginn bis Juli 2009 leicht gestiegen, wobei der Lebensstandard im Großen und Ganzen aber nicht verändert wurde. Als nicht betroffen von der Krise sehen sich im Juli nur noch 44 Prozent der befragten Haushalte – gegenüber 47,4 Prozent im Januar/Februar.

Die Nielsen-Studie zeigt auch, dass mehr Haushalte ihr Einkaufsverhalten geändert haben: Die Konsumenten stiegen vorrangig auf preiswertere Produkte um, kauften seltener ein, erwarben weniger Produkte pro Einkauf und griffen zu kleineren oder Multi-Packungen. Dabei ist auch die Bereitschaft deutlich gestiegen, das Geschäft zu wechseln, um preisgünstiger einzukaufen und attraktive Aktionen zu nutzen. Nur noch 61 Prozent der Konsumenten (im Januar 66 Prozent) hielten im Juli ihren bisherigen Einkaufsstätten die Treue.

In allen abgefragten LEH-relevanten Warengruppen geben im Juli mehr Haushalte als im Januar an, ihre Ausgaben stark reduziert zu haben. Dazu zählen Haushaltsgegenstände (Elektrogeräte, Textilien) ebenso wie Fertiggerichte und alkoholische Getränke.

„Offensichtlich sparen aber nicht alle Verbraucher an derselben Stelle“, erläutert Sylvia Steuernagel, Projektleiterin PanelViews bei The Nielsen Company. Denn laut Nielsen Handelspanel MarketTrack zeigten Genussmittel, Tiefkühlkost, Feinkostprodukte, aber auch viele Segmente aus dem Nearfoodbereich trotz des angegebenen Sparkurses in den ersten sieben Monaten 2009 sowohl Umsatz- wie auch Absatzzuwächse.